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Tradition statt Reformen ? zum Rücktritt Matthias Platzecks.

Wie man den morgendlichen Medienberichten entnehmen kann, wird Matthias Platzeck nach nur fünfmonatiger
Amtszeit den SPD Vorsitz wieder abgeben. Als Grund werden gesundheitliche
Gründe angegeben. Platzeck erlitt vor etwas mehr als einer Woche einen Hörsturz
– ein Anzeichen für starken Stress.
 
Mit Platzeck wird dann nicht nur der
erste Ostdeutsche an der Spitze der SPD den Posten räumen, sondern auch die personifizierte
Hoffnung auf Reformen innerhalb der Partei. Platzeck ist jung, dynamisch und
nicht vorbelastet mit alten, sozialromantischen Vorstellungen der „alten“,
traditionellen SPD. Er hätte das Zeug gehabt, die SPD fit für die Zukunft zu
machen.
 
Ganz anders dagegen sein
wahrscheinlicher Nachfolger Kurt Beck. Er wird auf Grund seines
überragenden Wahlsieges bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz nicht zu
verhindern sein. Beck, der letzte wirkliche „Landesvater“, steht nur in
Ansätzen für Reformen. Allerdings weit mehr für die „alte“ SPD. Er ist der
gemütliche Teddybär, der niemandem wehtut und es allen recht machen will. Er
ist definitiv kein Reformer. Deshalb wird er, nach allem was sich jetzt sagen lässt,
die SPD nicht grundlegend reformieren.
 
Damit bleibt ein
strukturelles Problem der SPD bestehen: der alten Arbeiterpartei werden schlicht
die Wähler ausgehen, denn Arbeiter im klassischen Sinne, gibt es immer weniger. Richtig
und wichtig wäre es, sich auf neue Wähler auszurichten. Mit Beck wird dies kaum
gelingen. Stattdessen steht eine Rückkehr der Traditionalisten zu befürchten.
 
Damit wäre die SPD
eingekeilt zwischen Linkspartei, die noch älteren sozialromantischen Vorstellungen
anhängt, und den Grünen, die die moderne Form der SPD darstellen – ohne den „Ballast“
der Arbeiterbewegung.
 
Keine guten Aussichten für
den Neuen an der Spitze der SPD.
 
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