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Farbpsychologie: Warum gelbe Bierflaschen sich nicht gut verkaufen

Farblehre handelt nicht nur von ästhetischer Zusammenstellung von Farben, sondern auch von dem Einfluss, den sie auf unsere Psyche und Emotionen haben. Dabei arbeitet Werbung derart, dass gezielt bestimmte Farben eingesetzt werden, um ein bestimmtes Setting zu kreieren, in dessen Kontext das Produkt gesetzt wird.

Ein paar Beispiele zur Farbpsychologie in der Werbung

Pastellfarben beispielsweise, werden gerne mit Frische, Sauberkeit und Sanftheit assoziiert, weshalb oftmals Werbung für weibliche Hygieneartikel, Waschmittel oder auch Diätprodukte von diesen Farben dominiert werden. Die Zuschauer sollen sich selbst geborgen und sicher fühlen, dabei die Frische der gewaschenen Wäsche, die Sanftheit der Waschprodukte und die Leichtigkeit der angebotenen Lebensmittel spüren.

Bierwerbung hingegen spielt oft mit dunklen, starken Rottönen, um in Zusammenwirkung mit spärlich bekleideten Damen eine sinnliche Stimmung zu erzeugen, die den eher unattraktiven Bierbauch in ein anziehendes Sexobjekt verwandelt.
Bierwerbung, die an beide Geschlechter gerichtet ist (etwa Becks), ist oft in jugendlichen Farben gehalten, die Freiheit und natürlich Frische symbolisieren, etwa Blau oder Grün.

Auch die Farbstärke, beziehungsweise der Hell-Dunkel Kontrast spielen eine große Rolle in der Farbpsychologie. So beschreibt dunkle Werbung oftmals eine schwierige, problematische Ausgangssituation, die durch das Aufhellen in Zusammenhang mit dem angeworbenen Produkt gelöst wird. Dasselbe gilt für die Farbstärke, wobei kräftige Farben das gute und hilfreiche Produkt symbolisieren.

Junge Farben für ein junges Zielpublikum

Sie werden es vielleicht schon mitgekriegt haben, dass es Werbungen gibt, die mit extrem schrillen Farben werben, das hat oft auch mit dem Zielpublikum, also der Käufergruppe zu tun, die angesprochen werden soll. Pick Up oder M&Ms arbeiten mit sehr knalligen Farben, die “hip” und jung erscheinen sollen, während Werbung für Ältere oft etwas dezenter im Farbgebrauch ist und oftmals auch auf traditionelle, natürliche Farben zurück greift (viele Brauntöne, oder aber die Blau und Grüntöne der Natur).

Warum gibt es kein Bier in weißen Flaschen?

Wenn es um das liebe Bier geht, aber auch bei Wein oder anderen Getränken, fällt auf, dass diese oftmals bestimmte Farben haben. Nun, der erste Grund liegt nicht in tückischen Werbestrategien, sondern darin, dass Licht auf Getränke wie Bier oder Wein eher kontraproduktiv wirkt und ihnen einen unangenehmen Nachgeschmack verschafft.
Allerdings sind auch die Labelsticker häufig in denselben Farben gehalten, denn Grün erinnert an die Natur und daher an eine natürliche Herstellung, während Braun oft an Malz und Karamell erinnert, also Geschmackssorten, die sehr beliebt sind. Außerdem vermittelt Braun Tradition und Gemütlichkeit, so dass vor allem klassische Biersorten auch braune Labels haben.

Rot, rot, rot sind alle meine Werbekampagnen

In der Verwendung von Werbung außerhalb des Fernsehens dominiert nach wie vor Rot, denn diese Farbe hat zweierlei interessante Eigenschaften, wenn es um unsere Kognition geht:
1. Sie wirkt alarmierend, aus einem Instinkt heraus reagieren wir sofort auf Rot, selbst in unseren Augenwinkeln, so dass wir fast schon unfreiwillig das Produkt registrieren, wenn es in Rot gehalten ist. Wegsehen unmöglich? Das stimmt sogar. 
2. Rot vermittelt Kraft und Sexualität, eine gute Mischung. Während Nahrungsmittel uns Kraft und Energie versprechen (etwa die Myokardinfarkt induzierenden Burger bei McDonalds oder Burger King), versprechen Autos mehr Sex Appeal und Macht.

Farbpsychologie wird in der Werbung gezielt eingesetzt, um uns beim Kauf zu beeinflussen, ebenso werden Produkte so gestaltet, dass sie manchmal sogar unterbewusst etwas versprechen, ohne es halten zu können. Wer etwas darauf achtet, wie Werbung funktioniert, der kann auch kontrollierter mit ihr umgehen und eventuell sogar Fehlkäufe und -Entscheidungen vermeiden.

Weiterführende Links:

http://www.bier.de/bier-wissen/quarks-und-co/druck_der-flaschentest.html

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